Welche Ausrüstung für die Wildlife-Fotografie?


Eine teure Fotoausrüstung ist natürlich kein Garant für gute Fotos. Von einer zweitklassigen Ausrüstung solltest Du aber auch keine Spitzenbilder erwarten. Ich möchte wenig Geld ausgeben und trotzdem professionelle Resultate erzielen. Hier erfährst Du bei jedem Bestandteil meiner Fotoausrüstung, warum ich mich dafür entschieden habe und ob meine Erwartungen erfüllt wurden. Ausserdem bekommst Du praxisbezogene Tipps zum zusammenstellen Deiner eigenen Ausrüstung für die Wildtier-Fotografie.

Der «Lichtriese»


Fotoausrüstung: Das Canon EF 500mm f/4L IS USM (I) Die weite Fluchtdistanz, die fein entwickelten Sinne und die hohe Aufmerksamkeit der Wildtiere stellen hohe Anforderungen an den Fotografen und sein Arbeitsgerät. Das Herzstück der Fotoausrüstung jedes Wildtierfotografen ist deshalb ein Teleobjektiv mit langer Brennweite und hoher Lichtstärke, das hochwertige Bilder auch über grössere Entfernungen ermöglicht. Je länger die Brennweite und je höher die Lichtstärke, desto empfindlicher ist das Objektiv aber auch auf Linsenfehler. Eine hohe Qualität ist nur mit grossen, aufwändig hergestellten und vergüteten Linsen zu erreichen. Solche Objektive sind teuer und schwer.

Was spricht dagegen auf Lichtstärke zu verzichten und ein «langes» Objektiv mit geringerer Lichtstärke wie z.B. das Sigma oder das Tamron 150-600mm F5-6.3 zu verwenden?
  1. Weniger Lichtstärke bedeutet mehr Schärfentiefe. Das schränkt bei der Bildgestaltung ein: Das Betonen der Augen, indem man die Schärfe gezielt darauf legt, oder auch das Freistellen vor dem Hintergrund, ist bei diesen Objektiven nur bei einer kurzen Aufnahmedistanz möglich.
  2. Oft sind lange Verschlusszeiten oder hohe ISO-Werte nötig mit entsprechend negativen Auswirkungen (Bewegungsunschärfe/Verwackeln bei langen Verschlusszeiten, Bildrauschen bei hohen ISO-Werten).
  3. Tiere in Bewegung können nur bei viel Licht oder mit hohen ISO-Werten fotografiert werden.
  4. Das Sucherbild ist dunkel.
  5. Der Autofokus ist langsamer und nicht so präzise wie bei höher geöffneten Objektiven.
Diese Einschränkungen gelten besonders wenn es wenig Licht hat. Also am frühen Morgen und am Abend. Genau dann sind aber die meisten Tiere am aktivsten. Und genau dann ist auch die Lichtstimmung am attraktivsten.

Die Objektive von Tamron und Sigma haben aber auch Vorteile: Sie sind relativ klein und leicht und bieten ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Ich kenne Fotografen, die damit tolle Bilder machen. Weitere Ausführungen zu leichteren Objektiven findest Du weiter unten.

Bei der Ausrüstung für die Wildtierfotografie hat das Objektiv den grössten Einfluss auf die Qualität der Bilder. Spare lieber bei der Kamera als beim Objektiv. Bevor Du Dir ein wirklich schweres und teures Objektiv anschaffst, solltest Du Dir aber darüber im klaren sein, dass Du damit keine Wanderung machen kannst und die Kamera dabei einfach mal um den Hals hängen lässt. Damit gehst Du dann fotografieren. Und wenn Du nicht weit weg von allen Menschen bist, werden diese Deine Nähe suchen: Denn wenn jemand ein so grosses Objektiv hat ist er sicher ein Profi und dann gibt es dort sicher etwas interessantes zu sehen und auch zu fotografieren (mit dem Handy). Du musst also in Kauf nehmen, dass viele Tiere, die Du fotografieren möchtest, von neugierigen Passanten verscheucht werden.

Wenn Du Dich trotzdem für einen "Lichtriesen" entscheidest, bleibt noch die Frage für welchen. Für die Wildlife-Fotografie haben, meiner Meinung nach, fast alle ihre Berechtigung. Bei zweien habe ich allerdings Vorbehalte:
  1. Das 400er 2.8 ist durch sein beachtliches Gewicht (Canon 3,85 kg, Nikon 4,62 kg) prädestiniert für den Einsatz auf dem Stativ. Für die Wildtierfotografie in Europa ab Stativ sind 400 mm Brennweite aber, in den allermeisten Situationen, zu wenig. Natürlich kann man es dauernd mit Konverter betreiben. Aber auch mit den tollen neuen Konvertern sinkt die Qualität. Zwei Konverter hintereinander einzusetzen führt dann zu deutlichen Qualitätseinbussen. Wenn dann doch einmal ein Tier derart nahe ist, dass 400 mm ideal wären, muss man die Blende schliessen, weil sonst die Tiefenschärfe zu gering ist. Ich sehe wenig Sinn darin, ein hochgeöffnetes Objektiv zu kaufen, das bei Offenblende schon eine tolle Abbildungsleistung hat, um es dann abzublenden. Oder um es dauernd mit einem Konverter zu betreiben und so nur das Zentrum der grossen hochwertigen Frontlinse zu benutzen. Meiner Meinung nach hat das 400er 2.8 sein Haupteinsatzgebiet im Zoo, wo die Distanzen kürzer sind und es wichtig ist, den Hintergrund kurz hinter dem Motiv aufzulösen damit z.B. das Gitter nicht erkennbar ist. Und in der Sportfotografie.
    Update: Das Canon gibt es neu mit einem Gewicht von 2,84 kg, das Nikkor mit 3,8 kg. Zumindest beim Canon-Model dünkt mich ein Arbeiten aus der Hand jetzt realistisch...
  2. Das 800er 5.6 ist beim Fotografieren auf weite Entfernung dem 600er 4.0 mit Konverter (mit 1.4 fach-Konverter = 840mm 5.6) unterlegen. Und auf kurze Distanz ist man mit dem 600er natürlich flexibler. Hier auch ein direkter Vergleich dieser zwei Objektive. Da das 800er 5.6 nicht nur eine geringere Qualität liefert, sondern auch schwerer und (zumindest neu) auch teurer ist als das 600er 4.0, sehe ich keinen Einsatzbereich für den es sich lohnen würde, dieses Objektiv zu kaufen.

Generell ist es so, dass Objektive mit kürzeren Brennweiten (z.B. das 400er 4.0) ihre Stärken in der Handlichkeit und im geringen Gewicht haben. Die Stärke der längeren Brennweiten ist die Überbrückung der Fluchtdistanz der Wildtiere. Mit den kürzeren, leichteren Objektiven kann man sich also besser anschleichen, mit den längeren lichtstarken Optiken muss man sich weniger nah anschleichen. Das 200-400 4.0 (bei Canon mit zuschaltbarem Konverter), hat seine Stärke in der Flexibilität. Der Preis dafür ist ein recht hohes Gewicht und trotzdem eine nicht ganz so tolle Leistung bei der Überbrückung langer Distanzen. Schlussendlich sollte die Methode, wie Du Fotografieren möchtest, ausschlaggebend dafür sein, für welches Objektiv Du Dich entscheidest.

Ich habe mich für das 500mm 4.0 hauptsächlich wegen dem geringen Gewicht (im Verhältnis z.B. zum damaligen 600er 4.0) und der tollen Leistung entschieden. Ich habe oft mehrere Stunden Anmarsch und schleiche mich oft gebückt an, teilweise robbe ich sogar. Da bin ich um jedes Gramm froh das ich weniger dabei habe und um jeden Zentimeter den ich weniger nah ran muss...
Heute würde ich mich für das 600er 4.0 III entscheiden: Mit der EOS 5DS(r) ist jetzt eine Vollformat-Kamera auf dem Markt, die eine mit den Crop-Kameras vergleichbare Pixeldichte bietet (die Pixeldichte ist nur 3 Prozent geringer als bei der 7D Mark II). So wird es, auch bei sehr guter Tarnung, kaum je ein Problem werden, dass der Blickwinkel zu eng ist. Ausserdem ist das neue 600er von Canon ein kleines Gewichtswunder: Es wiegt nur 3.05 kg und ist somit sogar 800 Gramm leichter als mein "altes" 500er.

Weil ich jetzt aber nicht das nötige Kleingeld für das 600er 4.0 III (locker) habe, stelle ich Euch hier mein altes EF 500mm 4.0 L IS (I) USM kurz vor:

Einige Tipps zum Canon EF 500mm f/4L IS USM (I):
Wasseramsel Wildlife Fotografie, Hirschkuh mit Kalb Steingeiss


Telekonverter/Extender      


Wildlife-Fotografie mit dem Canon 2x Converter Canon 1.4 Converter Kenko 1.5 Converter Sigma 1.4 Converter
Eine grosse Herausforderung bei der Wildtierfotografie ist die Fluchtdistanz der Tiere. Telekonverter (oder Extender wie Canon sie nennt) sind deshalb wichtige Hilfsmittel. Der Verlust von Lichtstärke ist dabei aber nur ein negativer Aspekt: Jedes zusätzliche optische Element führt auch zu einer Minderung der Abbildungsleistung des Objektivs und zu Abbildungsfehlern wie z.B. Aberrationen (Farbsäumen).

Ich besitze den 2x und den 1,4x Konverter (II) von Canon, den 1,5x von Kenko und den 1,4x Konverter von Sigma. Die Qualität der Bilder die mit Konverter entstanden sind empfand ich immer als enttäuschend. Um herauszufinden, welcher meiner Konverter noch der Beste ist, habe ich einen Test gemacht: Bei sehr reiner Luft, an einem schönen Tag nach einer Regenperiode, habe ich, von einem wenig begangenen Pfad aus, in der Deckung einiger Bäume sitzend, einen weit entfernten Adlerhorst fotografiert.
Das Ergebnis entsprach dann aber gar nicht meinen Erwartungen: Die schärfsten Bilder hatte ich mit den beiden hintereinander geschalteten Canon-Konvertern aufgenommen. Die mit dieser Kombination aufgenommenen Bilder waren nicht nur relativ zur Grösse des Motivs am schärfsten, sondern auch absolut (also beim Vergleich der Bilder bei einer 100%-Ansicht). Im Gegensatz zu den anderen Bildern waren auch kaum chromatische Aberrationen erkennbar:
Adlerhorst
Meine Erklärung: Nachdem ich die Bilder mit nur einem Konverter gemacht hatte ist, während ich die zwei Canon-Konverter hintereinander montierte, eine Wolke herangezogen. Vermutlich hatte vorher die Luft etwas geflimmert (unser Hirn "rechnet" Bewegungen teilweise raus, ohne dass uns das bewusst wird). Ohne Luftflimmern wurde das Foto natürlich viel schärfer und detailreicher. Ausserdem hat die Wolke auch für diffuses Licht gesorgt, was zu weniger Kontrast und dadurch auch zu geringeren Aberrationen führte.

Mein Fazit: Wenn man Telekonverter einsetzt, um lange Distanzen zu überbrücken, spielt die Qualität der Konverter in der Praxis eine untergeordnete Rolle: Entscheidend ist die Qualität der Fernsicht.
Und: Offenbar kann man unter Praxisbedingungen kein Material testen. Aber man kann zu neuen Einsichten über die Relevanz von Tests unter Laborbedingungen kommen...


Das Canon EF 100-400mm f/4.5-5.6L IS USM (I)      

Während das 500er 4.0 im Tarnzelt, für die Lauer in einem Versteck oder auch für kurze Strecken auf der Pirsch (z.B. kurz vor einem Grat oder einer Waldlichtung) perfekt ist, kann man das leichtere 100-400er auch mal für einen Hundespaziergang umhängen, auf eine längere Wanderung mitnehmen oder sich damit geduckt an Tiere heranschleichen.
Das Objektiv wurde 1998 vorgestellt. Verbaut ist ein Bildstabilisator der 1. Generation. Das neue 100-400 mm II hat einen viel wirkungsvolleren Bildstabilisator, den man nicht ausschalten muss, wenn man vom Stativ aus arbeitet, und der bewusste Schwenks automatisch erkennt, damit man den Modus nicht umschalten muss wenn sich das Sujet plötzlich bewegt und man mitziehen möchte. Auch die Abbildungsleistung wurde beim neuen Modell erhöht, die Naheinstellgrenze verkürzt, die Abbildungsfehler reduziert und die Blendenöffnung so optimiert, dass die Bilder einen ruhigeren Unschärfebereich haben.
Das Einzige was noch für mein altes Modell spricht, ist der Schiebezoom. Viele meiner Fotografenkollegen glauben, dass dadurch mehr Staub ins Innere des Gehäuses kommt und sind gar nicht begeistert von der sogenannten «Luftpumpe». Aber eine Längenänderung ist ja immer mit Luftaustausch verbunden. Ich persönlich liebe das schnelle Arbeiten mit dem Schiebezoom. Besonders um Vögel im Flug zu fotografieren, ist es für mich perfekt: Man fängt mit einer Brennweite von 100 mm an, findet so den Vogel sofort im Sucher, schiebt, sobald der Vogel in einer ruhigen Flugphase ist, den Schiebezoom nach vorne, wartet den Bruchteil einer Sekunde bis der Autofokus die Schärfe nachgeführt hat und löst dann aus.

Die Abbildungsleistung ist auch bei den hohen Pixeldichten der aktuellen Kameras noch durchaus akzeptabel. Mit Konverter oder ab Stativ verwende ich dieses Objektiv nie.

Die Stärken - Schwächen-Übersicht:
+ handlich/geringes Gewicht
+ schneller Autofokus
+ schneller Schiebezoom
+ recht gute Abbildungsleistung, besonders am wichtigen langen Ende
+/- Lichtstärke 5.6 bei 400 mm (besser als das Sigma 150-600er (6.3) gleich wie das Tamron 150-600er)
+/- Stabilisator der 1./2. Generation
- Unschärfebereich (Bokeh) etwas unruhig (meine subjektive Meinung)
- nur 400 mm Brennweite

Alpendohle Steinadler im Flug Falkenlibelle / Gemeine Smaragdlibelle

Nikkor 200-500 mm und Nikon D7200      

warum jetzt Nikon?

Ausser dem «EF 400mm f/5,6 L USM» (ohne Bildstabilisator, Konstruktionsjahr 1993) und dem 100-400mm f/4,5-5,6 hat Canon für Wildtierfotografen kein leichtes und «langes» Objektiv das einfach mal für einen Hundespaziergang umgehängt werden kann. Das leichteste mit mehr als 400 mm Brennweite von Canon ist das 500mm 4.0 (das aktuelle Modell wiegt 3,2 kg).
Sigma und Tamron produzieren für diesen Bereich Zoomobjektive mit Brennweiten bis 600 mm. Ich konnte mich allerdings nie entschliessen eines dieser Objektive zu kaufen: Der weite Zoombereich (4x) lässt nicht auf eine sehr hohe Abbildungsleistung schliessen. Die Optiken von Sigma und Tamron sind auch nicht lichtstark: Bei 500 mm haben beide eine Offenblende von nur F6.3. Ausserdem sind diese Objektive so konstruiert, dass sie mit Objektivanschlüssen von vier verschiedenen Herstellern (Sigma, Canon, Nikon und Sony) geliefert werden können. Es liegt auf der Hand, dass dabei Kompromisse eingegangen wurden und der Autofokus nicht ganz so schnell und präzise reagieren kann wie bei einem Objektiv, das speziell für einen einzigen Bajonettanschluss entwickelt und optimiert wurde.
Das Nikkor 200 - 500 mm mit einer durchgehenden Lichtstärke von F5.6 ist deshalb eine interessante Alternative. Das Objektiv ist auch relativ günstig und die semiprofessionellen Nikon-Kameras kosten auch nicht die Welt. Da ich meine Bilder mit Photo Ninja bearbeite, bin ich bei der digitalen «Entwicklung» unabhängig. Ich hoffte, damit das alte 100-400 mm von Canon mit einer um 100 mm längeren Alternative ersetzen zu können.

Das AF-S NIKKOR 200–500 mm 1:5,6E ED VR

Das Objektiv kommt zwar schon etwas wuchtiger daher als mein 100-400er von Canon, ist aber, da es aus Kunststoff gefertigt ist, nicht viel schwerer. Positiv überrascht hat mich die Abbildungsleistung im Nahbereich: Bis zum maximalen Abbildungsmassstab von 1:4,5 ist es für «Makros» von scheuen oder gefährlichen Tieren perfekt. Danach kann man sich mit einem Zwischenring behelfen.
Was mich negativ überraschte, ist die geringe Steigung des Drehzooms. Ich bin allgemein kein Fan von Drehzooms, hatte aber gedacht, dass ein 2,5-fach Zoom noch handelbar sein müsste. Hier wurden meine schlimmsten Befürchtungen bestätigt: von 200 bis 300 mm benötigt man fast eine Viertelumdrehung, und von 300 bis 500 mm nochmals eine. In der Praxis ist es unmöglich von 200 bis 500 mm «durchzuzoomen», ohne nachzufassen.
Ebenfalls negativ aufgefallen ist mir der Halt der Gegenlichtblende: Eine Gegenlichtblende ist mir in ein gefährliches Tobel heruntergefallen und liegt vermutlich immer noch dort. Die Ersatzgegenlichtblende musste ich bereits schon wieder einige Male suchen...
Ein dritter negativer Punkt ist, dass es mir mit diesem Objektiv, trotz teilweise guten Gelegenheiten, noch nie gelungen ist einen Vogel im Flug, in einer einigermassen akzeptablen Qualität, zu fotografieren. Obwohl das Objektiv über einen Ultraschallmotor verfügt, dünkt mich der Autofokus nicht ganz so «bissig» wie bei meinen beigen L-Objektiven von Canon. Vielleicht mache ich aber auch etwas falsch? Tipps und Anregungen sind sehr willkommen: matsmeyer@miraval.ch

Die Nikon D7200

Eigentlich muss ich keine «semiprofessionelle» Kamera haben und tendierte anfangs zur leichteren D5500. Den Ausschlag zur D7200 gegeben hat der etwas bessere Autofokus, die schnellere Serienbildfunktion, der leicht höhere Dynamikumfang und, dass die D5500 nur verlustbehaftet komprimierte Daten liefert. Der mitgelieferte Umhängegurt mit dem leuchtfarbenen Schriftzug geht für Naturfotografen aber gar nicht. Wenn ihr die Kamera kauft solltet ihr gleichzeitig einen separaten bestellen (den Naturfarbenen von OP/TECH kann ich empfehlen).
Die Bedienung ist ähnlich wie bei Canon. Wo ich zuerst «reingefallen» bin, ist die AUTO-ISO-Einstellung: Wenn man bei Canon diese Einstellung wählt, passt die Kamera immer die ISO-Zahl so an, dass die Verschlusszeit der Brennweite angepasst ist (bei 200mm 1/200 sek., bei 500mm 1/500 sek. etc.). Nikon verlangt zur AUTO-ISO-Einstellung noch eine weitere ISO-Einstellung. Und diese Einstellung verwendet die Kamera dann als Wunsch-Einstellung. Wenn man dort also 3200 ISO eingestellt hat, fotografiert die Kamera auch mit 3200 ISO. Obwohl das Licht und die Brennweite einen tieferen Wert zulassen würde...

Die Stärken - Schwächen-Übersicht:
+ Lichtstärke 5.6 bis 500 mm
+ geringes Gewicht
+ gute Abbildungsleistung im Nahbereich
+ wirkungsvoller Bildstabilisator
+ weicher Unschärfebereich (Bokeh) (meine subjektive Meinung)
+/- Abbildungsleistung allgemein (i.O. verglichen mit dem 100-400 (I) - habe mir von einem 18 Jahre «jüngeren» Objektiv aber schon noch etwas mehr versprochen)
- Unscharfe Bilder bei der Fotografie von fliegenden Vögeln (Autofokus?)
- Drehzoom mit geringer Steigung
- Gegenlichtblende hält schlecht
Flussregenpfeifer Kreuzottern bei der Paarung Gemeine Heidelibelle

Fehlfokus

Neue Bestandteile meiner Fotoausrüstung teste ich im Praxiseinsatz beim Fotografieren. Bei meinem Nikon-Material bereue ich das: Erst nach zahlreichen Aufnahmen habe ich einen ausgeprägten Frontfokus festgestellt. Er konnte glücklicherweise in den Kameraeinstellungen kompensiert werden. Hier kannst Du Dein Material auf Fokusfehler testen.
Fehlfokus




Makro-Objektive      

Meiner Meinung nach schiesst die Canon-Philosophie «höchste Abbildungsleistung bereits bei Offenblende» bei Makroobjektiven über das Ziel hinaus: Bei Makroaufnahmen verwendet man meist Blende 5,6 und höher. Aber natürlich sollte das Objektiv trotzdem hoch geöffnet sein, um ein helles Sucherbild zu erhalten und um präzise fokusieren zu können.
Bei Makroobjektiven halte ich es ausserdem für besonders wichtig, dass der Unschärfebereich weich und harmonisch ist. Und, wie immer in der Wildtierfotografie, ist eine lange Brennweite und ein wirkungsvoller Bildstabilisator ein Vorteil.
All diesen Ansprüchen am nächsten kommt, meiner Meinung nach, das Sigma MAKRO 180mm F2,8 EX DG OS HSM. Ausserdem gibt es mit dem 1,4x-Konverter ein noch recht passables 210 mm 4.0 ab. Das Objektiv hat abgeblendet eine gute Abbildungsleistung und praktisch keine Aberrationen. Für die Fotografie von Insekten wäre mehr Brennweite natürlich cool. Ein kleiner Kritikpunkt: Bei eingeschaltetem Bildstabilisator ist das Sucherbild immer etwas am «wandern». Man muss dann immer ausgleichen um das Autofokusfeld am gewünschten Ort zu halten.
Obwohl ich das Sigma 180mm für Makrotouren uneingeschränkt empfehlen kann, ist es doch mit seinen 1,64 Kilogramm recht schwer. Wenn ich mit dem 500er unterwegs bin und die Mittagszeit für die Makrofotografie nutzen möchte, nehme ich meistens das Sigma MAKRO 150mm F2,8 EX DG HSM (die alte Version ohne Bildstabilisator) mit. Es wiegt keine 900 Gramm, hat aber auch eine sehr gute Abbildungsleistung.
Ausserdem benutze ich gelegentlich auch noch ein altes Tamron SP AF 90mm F/2.8 MACRO. Die Leistungen halte ich für nicht ganz so sensationell und der Unschärfebereich ist auch nicht ganz so perfekt wie bei den Sigmas. Aber wirkliche Schwächen, ausser der für die Tierfotografie etwas geringen Brennweite, sind mir bisher keine aufgefallen.

schlafende Wildbiene Waldeidechse Alpengelbling


Die Tarnung      

In der Stadt und in hohen Lagen der Alpen kommt man teilweise auch ohne Tarnung nahe an Tiere heran. Sobald man die Kamera auf diese Tiere richtet, kann es dann aber auch nicht mehr ganz so einfach sein.
In den meisten Situationen ist es aber von Vorteil wenn uns die Tiere nicht bemerken.

Um unentdeckt zu bleiben, ist es wichtig zu wissen, wie die Tiere ihre Umgebung wahrnehmen. Bei der Fotografie von Vögeln kann man den Geruch und damit die Windrichtung vernachlässigen. Zumindest Birkhühner werden auch nicht misstrauisch, wenn am Morgen plötzlich ein Tarnzelt auf ihrem Balzplatz steht. Somit ist das Vorgehen bei Birkhühnern relativ einfach: Zuerst beobachtest Du aus grosser Entfernung, wo genau die Balz stattfindet. Dann ziehst Du Dich unbemerkt zurück und stellst in der nächsten Nacht, noch vor Einbruch der (nautischen) Dämmerung, am Rande des Balzplatzes Dein Tarnzelt auf. Nach dem Fotografieren solltest Du das Tarnzelt erst eine halbe Stunde nachdem der letzte Vogel abgezogen ist wieder verlassen. Sonst kann sich die Balz verlagern oder auch ganz ausfallen. Nimm also nicht nur warme Kleider (oder einen Schlafsack), sondern auch genug zu Essen und zu Trinken mit.

Bei den Vögeln ist die optische Tarnung entscheidend. Sie haben mehr Rezeptoren in den Augen als wir. Vermutlich nehmen sie damit Licht wahr, das für uns im unsichtbaren Wellenlängenbereich liegt (z.B. UV-Licht). Im Gegensatz zu den meisten Vögeln sehen Säugetiere kaum Farben (einige Primaten, darunter auch der Mensch, sind da eine Ausnahme).
Dafür sehen die meisten Säugetiere während der Dämmerung und in der Nacht sehr gut. Sich im Schutze der Dunkelheit an Säugetiere anzuschleichen ist also keine gute Idee.
Die meisten Säugetiere haben auch einen exzellenten Geruchssinn und reagieren stark auf menschliche Gerüche. Nähere Dich Säugetieren deshalb immer gegen den Wind.

Auf Geräusche (z.B. vom Auslöser) reagieren Säugetiere ebenfalls recht empfindlich. Wenn Deine Kamera die Möglichkeit bietet, das Auslösegeräusch zu dämpfen, solltest Du das nutzen.

Tarnkleider

Probiere Dich in Farben zu kleiden, die etwa der Umgebung entsprechen in der Du fotografierst. Naturfarben wie z.B. braun, ocker, oliv oder grün sind meist eine gute Wahl. Kleider mit Struktur (grobmaschiger Stoff, gestickte Muster, aufgenähte Säcke, Ellbogen- und Knieverstärkungen etc.) helfen auch, dass Deine Erscheinung in der Natur etwas unauffälliger wird. Geschäfte für den Jagdbedarf haben meist ein grosses Sortiment an hochwertigen und günstigen Kleidungsstücken in Tarnfarben.

Ghillie-Suit

Die Tarnwirkung eines Ghillie-Suits ist kaum zu übertreffen: Mir ist sogar einmal ein Vogel auf den Kopf gesessen.
Die angenähten Fäden lassen die Silhouette mit der Umgebung verschwimmen. Kaum etwas verrät, dass sich unter dem Tarnkleid ein Mensch verbirgt. Gerade das ist aber, wenn man einem Menschen begegnet, eher unangenehm. Der Ghillie-Suit hat aber auch sonst einige Nachteile: Für eine längere Pirsch ist ein Ghillie-Suit ungeeignet. Ich persönlich setze ihn nur ausnnahmsweise ein, wenn es z.B. bei sehr heiklen Tieren nicht möglich ist ein Tarnzelt zu verwenden (weil z.B. das Gelände zu steil ist oder wenn es nicht möglich ist das Tarnzelt unentdeckt aufzustellen).

3D Tarnanzug

Wenn ich einen Tarnanzug benutze, dann in neun von zehn Fällen das «Sneaky 3D Innovation Set» von Deerhunter. Es ist ausschliesslich aus, mit Naturmuster bedrucktem, Netzstoff hergestellt. Für den 3D-Effekt wurden zusätzlich Bahnen des Netztstoffs aufgenäht. Die Wechselwirkung zwischen Druck und echter Dreidimensionalität bewirkt eine Tarnwirkung, die mit einem Ghillie-Suit vergleichbar ist. Wenn man sich darin bewegt ist man aber schneller, agiler und unauffälliger als mit dem sperrigen Ghillie-Suit. Im Rucksack ist das Set sehr klein, es ist leicht und wenn man es direkt auf der Haut trägt schütz es vor der Sonne, gibt aber kaum warm. Obwohl der Netzstoff leicht durchsichtig ist und etwas fragil wirkt, ist er sehr wiederstandsfähig.

Tarnüberwurf

Tarnüberwürfe sind Tücher aus bedrucktem Stoff mit einer Öffnung für das Objektiv und einem Sichtfenster aus Netzmaterial. Ich hatte den «Advantage Max4» von Kwik Camo. Mein Eindruck war, dass der Tarnüberwurf die Nachteile eines Tarnzelts und eines Tarnanzuges ohne 3D-Effekt kombiniert: Sich mit dem Tarnüberwurf im Gelände fortzubewegen ist schwierig bis unmöglich. Anderseits kann man sich unter dem Tuch nicht wirklich bewegen ohne, dass das von aussen wahrgenommen wird. Nach zwei Tagen intensivem Bemühen, ohne dass sich auch nur eine Chance auf ein brauchbares Bild ergeben hätte, habe ich den Tarnüberwurf einem interessierten Kollegen geschenkt.

Tarnnetz

Gute Tarnnetze sind nicht einfach Tücher mit Löchern, sondern haben einen 3D-Effekt der den Umriss verschwimmen lässt. Weil das Netz nicht ganz deckt ist es wichtig, darunter unauffällige Kleider oder einen Tarnanzug zu tragen.

Röhrender Hirsch Ghillie-Suit Deerhunter Sneaky 3D Innovation Set Tarnnetz

Tarnzeltfotografie

Besonders angenehm für den Fotografen ist die Wildtierfotografie, wenn er mit seiner Kamera durch die unberührte Natur schlendern kann und einfach alles fotografiert was ihm vor die Linse kommt. In einem dunklen Zelt zu sitzen und zu warten bis sich ein Tier nähert ist natürlich weniger attraktiv. Man kommt freilebenden Tieren aber nie so nahe und erlebt nie so natürliche Verhaltensweisen wie bei der Tarnzeltfotografie.
Der Erfolg bei der Tarnzeltfotografie hängt hauptsächlich vom Standort des Tarnzeltes ab. Hier hilft Dir eine lange Pirscherfahrung...

Ameristep Doghouse

Man kann das Doghouse als «Mutter aller Federstahlring-Tarnzelte» bezeichnen. Noch treffender währe vermutlich «Grossmutter» oder «Urgrossmutter».
Was ich am Doghouse besonders schätze ist das grosszügige Platzangebot: Notfalls haben zwei Personen darin Platz und, obwohl es ein Sitzzelt ist, habe ich schon des öfteren im Doghouse übernachtet. Ich bin 1,82 Meter gross und wenn ich diagonal liege ist das kein Problem. Das Doghouse lässt sich sehr schnell auf- und wieder abbauen, ist innen schwarz beschichtet und hat deshalb eine sehr hohe Tarnwirkung. Durch den grossen Innenraum ist es, zumindest mit meinem 500er, möglich zu fotografieren ohne, dass das Objektiv aus dem Tarnzelt herausragt. In der Werbung behauptet Ameristep auch, das Tarnzelt verhindere, dass der menschliche Geruch nach draussen dringe. Das halte ich allerdings für Jägerlatein...
Das Doghouse ist gut und straff verarbeitet: Bei leichtem Wind flattern die applizierten Blatt-Attrappen, was von den Tieren akzeptiert wird, aber nicht das Tarnzelt selbst. Das Doghouse wurde hauptsächlich für die Jagd entwickelt. Die Öffnungen befinden sich deshalb auf «Schusshöhe». Bodennahe Aufnahmen sind so natürlich nicht möglich. Um mit einer möglichst tiefen Perspektive arbeiten zu können habe ich den oberen Teil der Öffnungen mit Tarnnetzen abgedeckt: So kann ich mit der Kamera auf einer tiefen (Sitz-)Position arbeiten, bin aber trotzdem gut getarnt.
Das Doghouse ist selbsttragend, die Heringe werden nur bei starkem Wind benötigt. Das Doghouse ist nicht wirklich wasserdicht, aus eigener Erfahrung kann ich aber sagen, dass man bei einem kurzen Nieselregen darin trocken bleibt. Das Doghouse ist mit 6,4 kg relativ schwer und passt mit 61 cm Durchmesser in keinen Rucksack. Mit den Riemchen am Zeltsack könnte man das Zelt selbst wie ein Rucksack tragen. Für uns Fotografen ist das aber natürlich nicht realistisch: Die Kamera, das Objektiv, das Stativ, der Hocker und der Proviant müssen ja auch irgendwo verstaut werden. In der Praxis ist es dann so, dass ich das Tarnzelt in der Hand trage. Das ist zwar etwas mühsam, nehme ich aber, für den hohen Komfort und die ausgezeichnete Tarnwirkung der «Hundehütte», gerne in Kauf.

Ameristep Gunner

Das Gunner soll der leichte Bruder vom Doghouse sein. Mit einem Gewicht von 3,4 kg ist es zwar deutlich leichter, in einen Rucksack passt es mit seinen 58 cm Durchmesser aber trotzdem nicht. Da es nur zwei Federstahlringe hat, steht es viel instabiler als das Doghouse (mit vier Federstahlringen). Ein Befestigen und Abspannen mit Heringen ist beim Gunner Pflicht. Das Gunner benötigt eine fast so grosse Stellfläche wie das Doghouse, bietet aber viel weniger Platz: Mit einem längeren Teleobjektiv ist das Fotografieren praktisch nur in Längsrichtung möglich, und auch dort ragt das Objektiv aus dem Tarnzelt heraus. Bei Schwenks kommt man am Zelt an. Wenn man das Gunner auf ein Feld stellt bewegt es sich im Wind. Wenn der Fotograf darin fotografiert bewegt es sich auch ohne Wind. Das Gunner erfüllt somit den Zweck einer Vogelscheuche perfekt. Zum fotografieren von scheuen Wildtieren ist es aber eher ungeeignet. Für mich ist das Gunner eine Fehlinvestition. Ich kann es wirklich nicht empfehlen, aber wenn es jemand haben möchte verkaufe ich es ihm gerne.

WWS C31.1-X

Das C31.1-X von Wildlife Watching Supplies ist speziell geeignet für bodennahe Aufnahmen. Es hat (wie eigentlich alle Tarnzelte) keinen Boden. Der Stoff, ein Baumwoll-Polyester Mischgewebe, ist relativ schwer. Ein Haupteinsatzgebiet des C31.1-X ist das Fotografieren von Wasservögeln in Ufernähe. Da es dort oft windig ist, besteht natürlich immer die Gefahr, dass der Stoff des Zelts flattert. Der schwere Stoff ist deshalb bei diesem Tarnzelt durchaus angebracht. Der Zeltstoff ist unten auf der ganzen Länge umgeschlagen und abgenäht. Die so entstehenden Taschen kann man für Zubehör nutzen. Oder mit Steinen füllen damit das Fotografieren auch bei recht starkem und böigem Wind realistisch bleibt. Da der Stoff innen keine schwarze Beschichtung hat, ist es im Zelt relativ hell. Das macht den Aufenthalt darin zwar angenehm, erfordert aber auch eine vorsichtige Arbeitsweise damit man nicht entdeckt wird. Das Zelt ist mit unzähligen Öffnungen, Schnüren und Tarnnetzchen ausgerüstet. Aus einem Liegezelt heraus zu fotografieren ist natürlich immer anspruchsvoll. Trotzdem nerft das herumgefummele mit den Abdeckungen, Netzchen und Schnürchen: Wenn das Tarnzelt etwas grösser wäre und eine schwarze Innenbeschichtung hätte, könnte man das Zeugs wegnehmen und wäre durch die Dunkelheit im Innern des Zeltes vor Blicken geschützt...

Ameristep Doghouse Ameristep Gunner Das WWS C31.1-X

Tarnzelt-Sommer-Tipp

Bei direkter Sonneneinstrahlung kann es in einem Tarnzelt, ähnlich wie in einem Gewächshaus oder einem Auto, sehr schnell sehr heiss werden. Um das zu vermeiden kannst Du ein Tarnnetz über das Zelt legen, damit die Sonne nicht direkt auf das Zelt scheint. Am besten eignen sich 3D-Netze: Diese liegen nicht flächig auf der Zeltwand und geben die Wärme weiter, sondern sind hinterlüftet und spenden dem Zelt Schatten, ohne es aufzuheizen. An sehr heissen Tagen kannst du auch Tücher auf das Zelt legen und diese anfeuchten: Durch die Verdunstung bleibt es im Zelt dann kühl. Am besten legst/spannst Du das Tarnnetz dann darüber. Allerdings benötigt das viel Wasser und Du musst zwischendurch das Zelt verlassen, um die Tücher wieder anzufeuchten.


Micro Four Thirds (MFT, µFT, Micro 4/3) und Wildlife-Fotografie?    

Der grösste Marktanteil im Segment der professionellen Digitalkameras haben momentan (noch?) Systeme, die auf den Standards beruhen die einst für die Belichtung von Filmen geschaffen wurden. Der Spiegel, der bei der Belichtung hochklappt, der Verschluss und die ganze Kamerageometrie wurden eins zu eins aus diesen Zeiten übernommen. Und auch bei den Objektivanschlüssen kocht weiterhin jeder Hersteller sein eigenes «Süppchen». Nur dort wo einst der Film belichtet wurde, verrichtet jetzt ein CMOS-Sensor sein Werk.

Mit Micro Four Thirds (MFT) wurde ein, für spiegellose Systemkameras optimierter und für alle Hersteller offener Standard geschaffen. Damit ist es ohne Einschränkung möglich z.B. eine Panasonic-Kamera mit einem Olympus-Objektiv zu kombinieren. Der Abstand zwischen Objektivanschluss und Sensor wurde so kurz definiert, dass es gar keinen Platz für eine Spiegelmechanik hat. Der Sensor ist halb so breit und halb so hoch wie ein Vollformat- respektive Kleinbildsensor.
Was bedeutet das in der Praxis?


Fazit: Mir persönlich ist eine hohe Pixelanzahl, und die damit verbundene Möglichkeit am Computer einen Ausschnitt zu wählen, wichtig. Darum liebe ich auch meine Canon EOS 5DS. Neben dem geringen Gewicht, dem tiefen Preis und der guten Qualität bietet Micro Four Thirds aber eine ganze Reihe von tollen Möglichkeiten, die es bisher noch nicht gegeben hat. Insbesonders die effiziente Bildstabilisierung und die Geschwindigkeit sind wichtige Pluspunkte in der Wildtierfotografie. Micro Four Thirds ist, für Neueinsteiger wie auch für alte Hasen, eine Alternative die es verdient ernsthaft geprüft zu werden.



Die Bildentwicklung      

Die Hardware

Der Computer Für die Bildbearbeitung benötigen Computer viel RAM. Aus Erfahrung kann ich sagen, dass 16 MB RAM für die Bearbeitung von Bildern mit 50 Megapixel ausreichen. Und zwar auch dann, wenn Du mit mehreren Ebenen arbeitest. Allerdings kommt das nächste Betriebssystem und Deine nächste Kamera und beide werden mehr Hunger nach RAM und auch nach Prozessorleistung haben...
Der Monitor Viele Hobbyfotografen ziehen den sRGB-Farbraum dem AdobeRGB-Farbraum vor, weil er zu weniger Problemen führt. Ich finde das schade: Mit dem AdobeRGB-Farbraum können viel mehr Farben beschrieben werden und die Farben der Natur somit präziser abgebildet werden. Für professionelle Zwecke macht es Sinn, wenn Du die Bilder im AdobeRGB-Farbraum belässt. Wenn Du ein Photobuch bestellen willst bist Du aber tatsächlich auf der sicheren Seite, wenn Du sRGB-Daten sendest. Eine Reduktion vom AdobeRGB in den sRGB-Farbraum ist jederzeit mit ein paar Mausklicks und ohne Verlust möglich.
Wenn Du im Adobe-RGB-Farbraum arbeitest, ist es von Vorteil wenn Dein Bildschirm zumindest einen Teil dieses Farbraums darstellen kann (Wide Gamut) und kalibriert ist.
Hierzu wurde allerdings schon von anderer Seite viel Gescheites geschrieben, deshalb an dieser Stelle nur noch zwei Links:
Monitor-Empfehlungen für die Bildbearbeitung von Chip.de
Warum und wie man Bildschirme kalibriert von Gunther Wegner auf der fotocommunity

Bildentwicklung mit Photo Ninja

Im Gegensatz zur Bildbearbeitung, die auch selektive Eingriffe und Montagetechniken beinhaltet, war bei der Bildentwicklung alles was am Schluss zu sehen ist bereits latent in der Rohdatei vorhanden. Meiner Meinung nach wird die Bildbearbeitung oft überschätzt, die Bildentwicklung meistens unterschätzt: Sorgfältig entwickelte Bilder müssen kaum nachbearbeitet werden.

Programme zur Bildentwicklung, respektive zur RAW-Konvertierung, haben alle ihre Stärken und Schwächen. Welche Stärken muss ein RAW-Konverter für das Entwickeln von Wildtierfotografien haben? Schauen wir uns einmal einige typische Situationen der Wildtier-Fotografie an: Die Wildtierfotografie ist sicher eine der anspruchvollsten Disziplinen der Fotografie überhaupt. Deshalb sind unsere Bilder technisch nicht immer ganz perfekt: Hohe ISO-Werte, Unschärfen und Belichtungen im Grenzbereich gehören bei uns zum Alltag. Die Kernkompetenz eines RAW-Konverters für die Wildtier-Fotografie ist also sicher das Sensorrauschen weitestgehend zu eliminieren und gleichzeitig die vorhandenen Bildinformationen, mit allen Details, zu bewahren.

Picturecode ist bekannt geworden durch das Photoshop-Plugin «Noise Ninja». Damit kann das Bildrauschen effektiver und mit weniger Detailverlust reduziert werden als mit den Werkzeugen die Photoshop selbst dem Anwender zur Verfügung stellt. Im RAW-Konverter «Photo Ninja» sind die Algorithmen von Noise Ninja integriert. Da das Programm hier direkt auf die von der Kamera gelieferten RAW-Daten zugreift, kann es noch präziser zwischen Sensorrauschen und Bildinformation unterscheiden.
Auch beim Wiederherstellen von leicht ausgerissenen Bildpartien haben die Programmierer von Picturecode gute Lösungen gefunden. Wobei man hier realistisch sein muss: Wenn von einer Farbe noch etwas vorhanden ist, kann Photo Ninja die anderen Farben rekonstruieren. Das braucht aber die Kontrolle des Fotografen. Wenn aber alles komplett ausgerissen ist, kann natürlich auch PhotoNinja fehlende Details und Farben nicht einfach «herbeirechnen». Im Vergleich mit anderen RAW-Konvertern bin ich aber immer wieder erstaunt wie viel PhotoNinja aus RAW-Dateien herausholt (ich bekomme (leider;-) kein Geld für diese Meinungsäusserung).

Röhrender Hirsch LR4 Röhrender Hirsch PN

Einige Besonderheiten von Photo Ninja:


Ich freue mich auf konstruktive Kritik, Anmerkungen und Ergänzungen: matthias.meyer@wildtierfotografie.ch

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